Gordon Setter Knockraheen`s

Willkommen in der Lüneburger Heide

Ich wollte eigentlich zwei Jahre nach der Geburt unseres A-Wurfes schreiben ob es eine weise Entscheidung war Geschwister aus dem Wurf zu behalten.

Jetzt gut 4,5 Jahre später nach vielen Höhen und Tiefen in aller Ehrlichkeit.

Zuerst einmal, ich würde es nie wieder machen und ich rate hier auch jedem zukünftigen Hundebesitzer ab.

Vielleicht einfach mal die Standardsituationen eines ganz normalen Tages,.....bis vor ca. vier Wochen.

Ich stehe morgens früh auf, oft vier manchmal auch alle fünf Hunde warten ungeduldig auf den ersten Kontrollgang. Terrassentür auf und eine Flut schwarzer Hunde drängen sich durch die schmale Tür raus. Es geht auch schon einmal übereinander, ab und an jaulen nicht ausgeschlossen. Abends übrigens das gleiche Spiel nur dann bellend angeführt von unserer Ältesten; Amy.

Glaubt jetzt nicht, ich hätte nicht schon alles versucht.

Danach relative Ruhe bis Frank aufsteht, nochmal stürmische Begrüßung, jeder will der Erste sein, man hat sich schließlich ein paar Stunden nicht gesehen.

Gegen neun mache ich mich fertig, drei Hunde verfolgen mich auf Schritt und Tritt. Vor der Badezimmertür schon einmal unwilliges Gejaule. Bis alle fertig sind, unter Ameas „ Helene Fischer Gesang“ Yvi wird darin auch immer besser und Kajas hin und her Getrappel, habe ich schon das erste Mal die Granatenwut.

Ich nehme die Leinen, Tür auf und draußen geht es weiter, eine gruselige Unruhe nach dem Motto: Los lass uns gehen, loooooooos!!!

Glaubt jetzt nicht, ich hätte nicht schon alles versucht.

Alle drei angeleint und durch das Gartentörchen, der erste Ruck ins Kreuz, jeder will los. Stehen bleiben, sitzen lassen, herumdrehen, wieder rein gegehen. Dauert bis wir soweit sind die Leinen zu lösen.

Wenn jetzt noch Gegenverkehr kommt bleibt nur eins, aus dem Weg gehen oder Amea gibt lautstark zu verstehen, warum seid ihr hier in meinem Revier und wagt es Kirsten anzusprechen, die gehört mir. Wenn ich hier nichts von Artis und Amy schreibe, die sind bei Frank.

Auf jeden Fall bin/ war ich mit meinem Hundelatein am Ende,

und glaubt jetzt nicht unsere Hunde hören nicht.

Amea hat in ihrer Anlageprüfung im Verein für Pointer und Setter 10 Punkte im Gehorsam und guter Führigkeit bekommen, nur ein Rudel tickt halt anders. Bei mir kommt hinzu Oma, Mutter, Tochter, blindes Verstehen,

sozusagen nonverbale Kommunikation auf höchstem Niveau.

.....und was will sie uns jetzt damit andeuten ??????



Zuhause haben wir völlig gechillte Hunde, wenn wir allein sind. Möchte ich immer allein sein??? Also war die Überlegung, entweder wir ziehen nach Alaska in die Einöde, wobei unser Dorf mit 580 Einwohnern von Einöde nicht so weit weg ist. Oder ich suche mir Hilfe und versuche dem Grauen ein Ende zu bereiten.

Alaska war nicht so die Option und so bin ich bei Dogsfellow  Kerstin LöWe gelandet.

Ich war schon in einigen Vereinen, Jagdhundeausbildungen, Schulhundseminaren, aber noch nie bei einer Hundetrainerin mit einer Einzelstunden.

Erste Einzelstunde, Amea und Yvi erkunden das Gelände und Kerstin möchte sehen wo wir stehen. Absetzen, bleiben lassen und entfernen. Ich setze die Beiden ab, sage oft bleib und gehe den Hunden zugewandt rückwärts. Yvi ist neun Monate und steht in meinem Rücken gern mal auf.

Kerstin hatte genug gesehen, ich war eigentlich zufrieden. O-Ton Kerstin mit einem Lächeln: Ich sehe drei Unsichere. Amea unter Stress dich zu beobachten, Yvi verunsichert durch ihre Mutter und du; du bist unter Dauerstress, was passiert als nächstes und redest zuviel.

Ups, hatte ich jetzt so nicht erwartet, aber eigentlich hat Kerstin in den ersten 10 Minuten den Nagel auf den Kopf getroffen. Und nu ?????

Es werden vier Stangen zu einem Viereck auf die Erde gelegt. Ein Hund außerhalb angeleint , die Andere im Viereck absetzen und ihr nonverbal zu verstehen geben: Du hast das Viereck erst zu verlassen, wenn ich es dir erlaube. Na, prima!!!

Amea hat es relativ schnell begriffen, ließ mich nicht aus den Augen und war unter Spannung, aber sie blieb. Kerstin verwickelte mich in ein Gespräch, auch ich wurde lockerer. Die Prophezeihung: Amea wird sich hinlegen und den Kopf ablegen, erfüllte sich. Dann durfte ich den Befehl aufheben.

Yvaine war dann eine andere Hausnummer. Sie schlug Haken um aus dem Viereck zu entkommen. Ich weiß genau, es ist kein Hase in der Ahnenreihe. Kurzum ohne Schleppleine auf der Kerstin stand hätte ich nicht den Bruchteil einer Chance gegen Yvi gehabt. Ihr erinnert euch Ü60, wenn auch nur knapp.

Mit Schleppi lief es ähnlich, wie bei Amea, erst unter Spannung dann legen, dann Kopf auf die Erde.

Befehl auflösen, Hausaufgabe Deckentraining und ich völlig begeisetert von dieser Stunde. Die Aussicht,dass Kerstin beim nächsten Mal zu uns kommt, oh weia. Ich bin gespannt, freue mich und lasse mich/ uns überraschen.